Der EU-Cloud-Test: Wie gehen wir vor?

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07.05.2026
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3 min Lesedauer
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Die Debatte über europäische Cloud-Anbieter wird häufig sehr grundsätzlich geführt. Die einen halten die großen Hyperscaler für technologisch uneinholbar, andere sehen in europäischen Clouds bereits heute ernstzunehmende Alternativen. Gleichzeitig fehlt es oft an nachvollziehbaren Praxiserfahrungen und vergleichbaren Bewertungen.

Mit dem EU-Cloud-Test möchten wir einen praxisnahen Beitrag zu dieser Diskussion leisten. Dabei stehen für uns zwei Fragen im Mittelpunkt:

  • Wie gut sind europäische Clouds heute bereits?
  • In welchen Bereichen müssen sie sich verbessern?

Um diese Fragen zu beantworten, betrachten wir die Clouds nicht aus Marketing- oder Strategieperspektive, sondern aus Sicht von Cloud-Architekt:innen und Plattform-Teams, die mit diesen Infrastrukturen reale Anforderungen umsetzen müssen. Dieser Artikel beschreibt transparent, wie wir dabei vorgehen.

Wer testet?

Für jede getestete Cloud stellen wir ein Kernteam aus mindestens vier Cloud-Architekt:innen zusammen. Die Beteiligten sollen umfangreiche praktische Erfahrung mit mindestens einem Hyperscaler-Ökosystem wie AWS, Azure oder Google Cloud mitbringen.

Warum setzen wir Erfahrung mit US-Clouds voraus? Die meisten Cloud-Teams in Unternehmen arbeiten heute mit US-Hyperscalern. Genau diese Perspektive möchten wir im Test nachvollziehen. Wie erleben erfahrene Hyperscaler-Nutzer:innen den Wechsel oder Einstieg in europäische Clouds? Welche Funktionen oder Betriebsmodelle erwarten sie? Wo unterscheiden sich die Plattformen? Und an welchen Stellen entstehen positive oder negative Überraschungen?

Unser Ziel ist deshalb kein isolierter Blick auf einzelne europäische Anbieter, sondern ein praxisnaher Vergleich aus Sicht erfahrener Cloud-Anwender:innen.

Wie gehen wir vor?

Grundlage unseres Tests ist der Aufbau und Betrieb der immer gleichen Referenzarchitektur. Der Ablauf sieht dabei typischerweise so aus:

  1. Auswahl der Cloud: Wir kontakten die Anbieter und erhalten Zugänge und Credits.
  2. Aufbau der Referenzarchitektur: Jedes Teammitglied arbeitet zunächst eigenständig mit der Plattform. Dabei entstehen unterschiedliche Schwerpunkte — etwa bei Governance, Deployment, Infrastruktur, Plattformdiensten oder Developer Experience.
  3. Erfahrungsaustausch im Team: Anschließend führen wir unsere Beobachtungen zusammen: Was funktioniert gut? Wo entstehen Reibungen? Welche Unterschiede zu bekannten Hyperscaler-Workflows fallen auf? Welche Probleme lassen sich einfach lösen — und welche nicht?
  4. Zwischenbewertung: Auf Basis dieser Erfahrungen erstellen wir eine erste Bewertung sowie eine Liste offener technischer und organisatorischer Fragen.
  5. Review mit dem Anbieter: Diese Punkte besprechen wir anschließend mit technischen Ansprechpartner:innen der jeweiligen Cloud. Dadurch können Missverständnisse geklärt und Funktionen korrekt eingeordnet werden.
  6. Finale Bewertung: Danach erstellt das Team die finalen Inhalte — darunter Kurzbewertungen, ausführliche Analysen und technische Deep Dives. Vor der Veröffentlichung erhalten die getesteten Anbieter die Möglichkeit, faktische Fehler oder Missverständnisse zu kommentieren. Die Bewertung selbst bleibt davon unabhängig.
  7. Veröffentlichung: Die Bewertungen werden in unserem Blog veröffentlicht.
Ist die Bewertung objektiv?

Vollständige Objektivität gibt es bei praktischen Technologie-Bewertungen kaum. Cloud-Architekt:innen bringen zwangsläufig eigene Erfahrungen und Präferenzen mit — manche kommen eher aus dem Azure-Umfeld, andere aus AWS oder Google Cloud.

Genau deshalb arbeiten wir bewusst mit einem Teamansatz. Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Erwartungen werden im Austausch miteinander hinterfragt und eingeordnet. Unser Ziel ist keine vermeintlich neutrale „Einzelmeinung“, sondern eine möglichst nachvollziehbare und intersubjektive Bewertung aus der Praxis.

Wichtig ist uns außerdem Transparenz bei den Rahmenbedingungen:

  • Die getesteten Anbieter stellen uns Credits für die Testumgebungen zur Verfügung.
  • Darüber hinaus erhalten wir keinerlei finanzielle Zuwendungen oder Vergütungen von Cloud-Providern.
  • Die Arbeit am EU-Cloud-Test erfolgt ehrenamtlich.
Was sind die Grenzen des Tests?

Wir führen keinen klassischen Benchmark-Test durch. Insbesondere messen wir keine systematischen Performance-Werte und erstellen keine vollständigen Preisvergleiche einzelner Cloud-Komponenten.

Unser Fokus liegt auf der Praxisperspektive:

  • Wie gut lassen sich moderne Cloud-Architekturen umsetzen?
  • Wie ausgereift sind Governance, Plattformdienste und Developer Experience?
  • Und wie fühlt sich die Arbeit mit der Cloud im Alltag an?

Der EU-Cloud-Test bewertet also vor allem die praktische Nutzbarkeit aus Sicht erfahrener Cloud-Teams.

Welche Clouds testet ihr?

Grundsätzlich sind wir offen für Vorschläge. Besonders interessant sind europäische beziehungsweise souveräne Cloud-Angebote. Wenn ihr Anbieter vorschlagen möchtet, meldet euch gerne — idealerweise direkt mit Kontakten zu technischen Ansprechpartner:innen oder Möglichkeiten für Testzugänge und Credits.

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